
Dr. Begemann
Ethosbildung und Dialogkultur für Haupt- und Ehrenamtliche
Vortragsnummer V10
In Deutschland ist jeder Dritte ehrenamtlich engagiert. Auch die Zahl der "jungen, aktiven Alten", die sinnstiftende, verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen, steigt. Erfahrungswissen und Engagement dieser Bevölkerungsgruppe bieten viel Potenzial für die Soziale Arbeit. Das Zertifikatsstudium „Bürgerschaftliches Engagement in Wissenschaft und Praxis“, für Teilnehmer des Studiums im Alter an der Westfälischen Wilhelms-Universität, fördert Kompetenzen im dritten Lebensalter. Erfahrungen aus diesem Studium haben die Bedeutung von Spannungsfeldern, Chancen und Grenzen für Bürger und Profis aufgezeigt.
Wichtig ist eine Offenheit zur Begegnung und Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Haltungen und Werte, die das Mensch-Sein und die Begegnung in den Mittelpunkt stellen, bieten ein gutes Fundament, um an einer konstruktiven Dialogkultur zu spannungsvollen Themen miteinander zu arbeiten. Die Aneignung von Haltungen kann durch Ethosbildung gefördert werden. Ethosbildung ist Arbeit an Haltungen – im Leben, im Beruf und Ehrenamt!
Donnerstag 01.10.2009 16:00 - 17:15 Uhr

Prof. Dr. Freise
Respekt, Empathie und gewaltfreie Konfliktaustragung als Haltungen in der sozialen Arbeit
Vortragsnummer V7
Für ein soziales Engagement ist es wichtig, kompetent handeln zu können, gleich ob man sich haupt- oder ehrenamtlich einsetzt. Der gute Wille alleine reicht nicht. In der Tiefe muss aber die fachliche Kompetenz getragen sein von einer inneren Haltung, die den Anderen in seiner ganzen Persönlichkeit respektiert. Wie kann man eine solche Haltung des Respekts, der Empathie und eines Umgangs mit Konflikten, bei dem andere in ihrer Persönlichkeit nicht abgewertet werden, entwickeln und vertiefen?
Donnerstag 01.10.2009 10:00 - 11:15 Uhr

Prof. Dr. Kral
Wert und Nutzen des Bürgerschaftlichen Engagements
Vortragsnummer V1
Der Vortrag stellt das 2008 im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Frauen erstellte Wertgutachten über das Bürgerschaftliche Engagement in den Mittelpunkt, die politische Zielsetzung, die methodischen Ansätze (Nutzwertanlayse, Kosten-Nutzen-Analyse) und stellt die zentralen Ergebnisse zur ökonomischen und sozialen Wertschöpfung (exemplarisch ermittelt im Landkreis Cham und in der kreisfreien Stadt Würzburg) zur Diskussion.
Dienstag, 29.09.09 10:00 - 11:15 Uhr

Prof. ’in Dr. Mc
Guire
/Prof. ’in Dr. Lay
Structured Critical Reflection for Student Volunteerism
Vortragsnummer V6
Service-learning is an experiential leaning strategy which utilizes volunteer service to enhance achievement of academic content as well as community engagement. Service learning is a curricular strategy in which community needs are met; civic identity is enhanced through the development of personal values and civic responsibility (Bringle & Hatcher, 2004). Learners are typically asked to reflect on their learning in order to facilitate integration of the experience with academic content. Reflection on the experience generates, deepens, and documents learning (Ash & Clayton, 2004). This lecture will present a model of structured critical reflection, the DEAL model (Ash & Clayton). The model challenges students to integrate their volunteer experience and academic content. The structure provides learners with a way to make explicit what is implicit in their learning experiences. Presenters will provide a theoretical foundation for this pedagogical strategy drawing from the literatures on experiential and adult education. An overview of the model as well as the role of critical thinking skills in both oral and written reflection will be presented. Faculty skills necessary to facilitate structured reflection processes will be identified and strategies presented to maximize the impact of volunteer experiences as academic and community learning.
Mittwoch, 30.09.09 16:00 - 17:15 Uhr

Dr. Munsch
Soziales und politisches Engagement von MigrantInnen und ethnischen Minderheiten und die Frage der Integration
Vortragsnummer V8
In den 50er und 60er Jahren standen italienische und spanische Vereine oft unter „Kommunismusverdacht“. Heute sind es die islamischen Verbände, die mit Argwohn betrachtet werden. Gleichzeitig wird bürgerschaftliches Engagement von „ Migranten als wichtiger Weg zu Integration propagiert. Ob das soziale und politische Engagement von
Migranten
v. a. als Weg zu Assimilation gesehen wird, oder ob auch die Mitgestaltung interkultureller Gesellschaften erwünscht ist – diesbezüglich unterscheiden sich europäische Nationalpolitiken erheblich. Und diese unterschiedlichen nationalen Inkorporationspolitiken prägen wiederum maßgeblich die Partizipationschancen und –weisen von
Migranten
und ethnischen Minderheiten. Eine interkulturelle Zivilgesellschaft bedeutet schließlich, vielfältige Engagementformen in den Blick zu nehmen – also den Blick zu erweitern vom klassischen Verein hin zu informellen Unterstützungsnetzwerken, Moscheevereinen und dem Rap.
Donnerstag, 01.10.09 11:30 - 12:45 Uhr

Prof. ’in Dr. Dr. Nauer
Mit-Mensch-Sein im Ehrenamt!
Christliche Anthropologie im 21. Jahrhundert
Vortragsnummer V4
Wer sich ehrenamtlich engagiert, erweist sich fremden Menschen gegenüber als solidarischer Mit-Mensch, der dazu beiträgt, Mensch-Sein zu ermöglichen. Was aber bedeutet eigentlich Mensch-Sein? Wie sehen wir den Menschen? Wie sehen Christen den Menschen? Worin liegt das Spezifische der christlichen Sicht? Wenn es sich, wie uns katholische und evangelische BibelwissenschaflerInnen versichern, aus dem jüdisch-christlichen Seelen-Begriff ableiten lässt, dann stellen sich folgende Fragen: Hat das, was wir zu Beginn des 21. Jhdts. unter Seele verstehen, tatsächlich bibel-theologische Wurzeln, oder basiert es auf philosophischplatonisch eingefärbten antiken Vorstellungen, die unser Denken bis heute maßgeblich beeinflussen? Und welche Konsequenz haben wir daraus zu ziehen, dass immer mehr ernstzunehmende NeurowissenschaftlerInnen die Existenz einer Seele schlichtweg bestreiten und all diejenigen, die noch immer an der Seele festhalten, als fortschrittsresistent brandmarken? Die Referentin wird Antworten anbieten, die gemeinsam diskutiert werden können.
Mittwoch, 30.09.09 11:30 - 12:45 Uhr

Dr. Pass
Freiwilligenorganisationen im Umbruch
Vortragsnummer V5
Im Rahmen vorliegender Studie wurde versucht, die organisierte Freiwilligenarbeit anhand ausgewählter oberösterreichischer Organisationen in ihren Grundstrukturen darzustellen, den angesichts des gesellschaftlichen Wandels notwendigen Reformbedarf festzustellen und daraus Vorschläge für nachhaltige, tragfähige organisatorische und institutionelle Rahmenbedingungen abzuleiten. Intergenerationelle und Gender-Aspekte fließen dabei ebenso wie das Verhältnis zwischen Hauptamtlichen und Freiwilligen ein.
Der Fokus der Betrachtungen wurde vor allem auf jene oberösterreichischen Organisationen gelegt, welche sich derzeit durch ein sehr breites Aufgabenspektrum des freiwilligen Engagements auszeichnen. Bewusst verzichtet wurde dabei auf die Bereiche Sport, Interessenvertretungen und politische Parteien. Die Untersuchung beinhaltet sowohl qualitative Interviews mit den Hauptamtlichen der Dachverbände als auch eine schriftliche Befragung von 1.126 Freiwilligen.
Mittwoch, 30.09.09 14:30 - 15:45 Uhr

Dr. Pietrzyk
Quantitative und qualitative Nutzensbewertung des Ehrenamtes im caritativen Bereich
Vortragsnummer V2
Ehrenamtliche Tätigkeit gab es schon immer, wenn auch nicht immer unter diesem Namen. Seit dem Jahr des Ehrenamtes 2001 ist das Thema stärker im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Untersuchungen wie der Freiwilligensurvey von 1999 und 2004 charakterisieren die ehrenamtlich Tätigen und ergründen deren Motive zur Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit. Das Thema des Nutzens ehrenamtlicher Tätigkeit wurde zwar in bisherigen Untersuchungen implizit stets mitgedacht, jedoch selten explizit untersucht. Nach Schätzungen der Caritas werden ca. 20% der Leistungen, welche die Caritas insgesamt für Hilfsbedürftige erbringt, von Ehrenamtlichen getragen. Um die Bedeutung der Freiwilligenarbeit aufzuzeigen, wurden in einem Forschungsprojekt die häufig auf Einzelerfahrungen und impliziten Beobachtungen beruhenden Einschätzungen zum Nutzen der Tätigkeit von Ehrenamtlichen zahlenmäßig und qualitativ explizit gemacht. Der Neuheitswert der Untersuchung besteht darin, dass die Quantifizierung (geldliche Erfassung des Nutzens ehrenamtlichen Engagements) nicht nur wie bisher über die Stundenzahl oder über fiktive Schätzungen erfolgt, sondern auch auf Basis der qualitativ erreichten Veränderungen (ermittelter konkreter Effekte) eine geldliche Abschätzung des Nutzens abgeleitet wird.
Dienstag, 29.09.09 11:30 - 12:45 Uhr

Prf. Dr. Strasser/Prof. Dr.Stricker
Sozialkapital in einer alternden Gesellschaft:
Die soziale Frage des 21. Jahrhunderts
Vortragsnummer V3
Die Folgen des demografischen Wandels werden das Zusammenleben der deutschen Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten prägen. Für die Bewältigung des Übergangs von der wohlfahrtsstaatlich organisierten Gesellschaft der Vergangenheit zur aktiven Bürgergesellschaft der Zukunft werden die Teilhabe am sozialen Miteinander und neue Formen des freiwilligen Engagements entscheidend sein. Vertrauens- und Netzwerkbildung stellen nicht nur den bindenden Kitt dar, der die Gesellschaft zusammenhält, sondern auch zentrale Elemente zur Bildung von neuem Sozialkapital. Nur ein innovativer Umgang mit den kommenden Herausforderungen wird zu einer lebenswerten Gesellschaft führen.
In dem Vortrag werden neben der Bedeutung der Schaffung und des Erwerbs von Sozialkapital auch dessen spezifische Rolle in der alternden Gesellschaft theoretisch begründet und mit Hilfe empirischer Forschungsergebnisse illustriert.
Mittwoch, 30.09.09 10:00 - 11:15 Uhr

Prof. Dr. Windolph
Christliche Spiritualität für das soziale Engagement
Vortragsnummer V9
Was meint überhaupt "Spiritualität", ein Begriff, der heute in aller Munde ist, ohne dass man ihn genau mit Inhalten füllen kann. Handelt es sich um eine frömmelnde Eigenheit oder liegt darin eine Menge Energie für das alltägliche Leben verborgen? Und woraus kann diese Energie gewonnen werden?
Eine große Menge unserer Lebensenergie verdanken wir Vorbildern, deren Lebensstil Mut und Lust macht, ihnen es in Ansätzen nachzutun. Wie wird man zum Vorbild bzw. wie schaffen es andere, dass wir sie uns zum Vorbild nehmen?
Donnerstag, 01.10.09 14:30 - 15:45 Uhr

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