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Veranstaltungsverzeichnis
Vorträge Sommeruniversität 2006

 
Liste der Lehrenden 


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Prof. Dr. Baumgartner

Die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der Caritas aus theologischer Sicht.

Vortragsnummer 1V1

Eine theologische Sicht des sozialen Ehrenamts in Caritas und Gemeinde erscheint bislang wenig entwickelt. Dies überrascht insofern, als bereits vom zweiten Vatikanischen Konzil mit der Profilierung der Laien klare Impulse für eine Theologie des Ehrenamtes gegeben wurden.

Vor diesem Hintergrund lassen sich für die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der Caritas wertvolle Richtungsanzeigen gewinnen.

Mittwoch 31.05.06   14:00 - 15:15 Uhr


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Prof. Dr. Egon Endres

Business meets Social:
Wissenskooperationen zwischen Unternehmen und sozialen Organisationen

Vortragsnummer 3V2

Wissenskooperationen finden statt zwischen Wirtschaftsunternehmen und sozialen Einrichtungen, also von Organisationen, die keine gemeinsamen (Markt-)Ziele haben. Wissenskooperationen erfolgen in der Regel auf dem Weg einwöchiger Hospitationen. Sie werden mit dem Ziel eingegangen, wechselseitig voneinander zu lernen: Existieren auf den ersten Blick nur wenige Berührungspunkte zwischen den beiden Welten, so haben sich die Handlungsanforderungen von sozialen Organisationen und Wirtschaftsunternehmen in den letzten Jahren angeglichen. In Zeiten knapper öffentlicher Kassen und der damit einhergehenden Verpflichtung zu ökonomischerem Handeln in sozialen Organisationen einerseits und erhöhtem Bedarf an differenzierterer sozialer Wahrnehmung und sozialen Kompetenzen in der Wirtschaft andererseits stellt sich sowohl für Wirtschaftsunternehmen als auch für soziale Organisationen die Aufgabe, ihre Wissensgrundlagen zu erweitern.
Vorgestellt werden das Konzept, seine Voraussetzungen (Systematische Initiierung, Begleitung der Hospitanten durch Coaching etc.) sowie Erfahrungen bei der Umsetzung (Lernerfahrungen, Barrieren etc.).

Donnerstag, 01.06.06  11:00 - 12:15 Uhr


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Prof. Dr. Haslinger

„Neues Ehrenamt“ in der „alten Caritas“?

Vortragsnummer 6V3

Der Ruf nach dem Ehrenamt erlebt – auch in Gestalt alternativer Begriffe wie „Freiwilligenarbeit“, „bürgerschaftliches Engagement“, „volunteering“ – eine anhaltende Konjunktur. Diese speist sich vor allem aus zwei Motiven: Zum einen betrachtet man das Ehrenamt als „sozialen Kitt“, d.h. als eine Ausdrucksform des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Zum andern sieht man im Ehrenamt bzw. in ehrenamtlich tätigen Personen eine Ressource gegeben, mit der in Zeiten allgemeiner Verknappungstendenzen Defizite in der finanziellen und personellen Ausstattung von gesellschaftlichen Einrichtungen wenigstens zum Teil ausgeglichen werden könnten. Gerade letzterer Aspekt spielt auch bei der Propagierung des Ehrenamtes in kirchlichen und speziell diakonischen Praxisfeldern eine gewichtige Rolle.
Vor diesem Hintergrund verfolgt der Vortrag die Frage, welche Bedeutung dem Ehrenamt als Praxisform der Diakonie zukommt bzw. zukommen kann, aber auch, auf welche Problemlagen und Grenzen die Konzeption der Diakoniepraxis als ehrenamtliches Handeln stößt. Dabei kommen u. a. folgende Inhalte zur Behandlung:
• die geschichtlichen Wurzeln des Ehrenamtes in der sozialen Arbeit;
• das sozialwissenschaftliche Grundverständnis des Ehrenamtes;
• spezifische Qualitäten des Ehrenamts gegenüber beruflicher Tätigkeit;
• theologische Begründungen für das Ehrenamt als Praxisform kirchlicher Caritas;
• die Signaturen des so genannten „neuen Ehrenamtes“ und ihre Ambivalenzen;
• Kriterien (und Grenzen) des Einsatzes Ehrenamtlicher in der Diakonie.

Donnerstag, 01.06.06  14:00 - 15:15 Uhr


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Prof. 'in Dr. Jakob

Anerkennungskultur als Ausdruck einer modernen Engagementförderung

Vortragsnummer 7V4

Was meint der Begriff von einer „Anerkennungskultur“ für das freiwillige und bürgerschaftliche Engagement, und inwiefern steht der Begriff für eine Modernisierung des Engagements? Was sind zentrale Elemente für eine entfaltete Anerkennungskultur, die den Bürgerinnen und Bürgern mehr Möglichkeiten zur Beteiligung und Mitgestaltung gibt? Anerkennungskultur zielt weniger auf monetäre oder quasi-monetäre Anreize als vielmehr auf die Bereitstellung von Gelegenheiten zum Engagement, auf die Öffnung von Organisationen für engagierte Bürgerinnen und Bürger und auf die Eröffnung von Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Es geht also im Kern um mehr Beteiligungs- und Engagementmöglichkeiten für die Bürger und um eine umfassende Unterstützung des Engagements durch die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure. Zielgruppe sind dabei keineswegs nur die engagierten oder engagementinteressierten Bürgerinnen und Bürger, sondern vor allem die Organisationen, die Vereine und Verbände, die Kommunen und Kirchengemeinden als den zentralen Orte, an denen das Engagement stattfindet und die die Rahmenbedingungen für das Engagement strukturieren.

Mittwoch, 31.05.06   15:30 - 16:45 Uhr


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Prof. Dr. Keupp

Identitätsfindung im "Ehrenamt“

Vortragsnummer 8V5

In einer individualisierten Gesellschaft, in der die Menschen ihre Biographien immer weniger in den gesicherten Identitätsgehäusen der Berufsarbeit einrichten können und in der ihr Lebenssinn zur Eigenleistung wird, sind vermehrt Fähigkeiten zur Selbstorganisation in den sozialen Mikrowelten gefordert. Fertige soziale Schnittmuster für die alltägliche Lebensführung verlieren ihren Gebrauchswert. Sowohl die individuelle Identitätsarbeit als auch die Herstellung von gemeinschaftlich tragfähigen Lebensmodellen unter Menschen, die in ihrer Lebenswelt aufeinander angewiesen sind, erfordert ein eigenständiges Verknüpfen von Fragmenten. Bewährte kulturelle Modelle gibt es dafür immer weniger. Die roten Fäden für die Stimmigkeit unserer inneren Welten zu spinnen, wird ebenso zur Eigenleistung der Subjekte wie die Herstellung lebbarer Alltagswelten. Jugendliche und junge Erwachsene brauchen die dazu erforderlichen Lebenskompetenzen in einem sehr viel höheren Maße als die Generationen vor ihnen. Sie müssen in der Lage sein, ein Berufsleben ohne Zukunftsgarantien zu managen, ihren individuellen Lebenssinn ohne die Vorgabe von Meta-Erzählungen zu entwickeln und eine Komplexität von Weltverhältnissen auszuhalten, die nur noch in Sekten auf ein einfaches Maß reduziert werden kann. Gefordert ist eine Perspektive der „Selbstsorge“ (wie Michel Foucault es genannt hat) oder eine „Politik der Lebensführung“ (so Anthony Giddens).

„Bürgerschaftliches Engagement“ wird aus dieser Quelle der vernünftigen Selbstsorge gespeist. Menschen suchen in diesem Engagement Lebenssinn, Lebensqualität und Lebensfreude und sie handeln aus einem Bewusstsein heraus, dass keine, aber auch wirklich keine externe Autorität das Recht für sich beanspruchen kann, die für das Subjekt stimmigen und befriedigenden Konzepte des richtigen und guten Lebens vorzugeben. Zugleich ist gelingende Selbstsorge von dem Bewusstsein durchdrungen, dass autonome Lebensprojekte, soziale Anerkennung und Ermutigung gebraucht wird, sie steht also nicht im Widerspruch zu sozialer Empfindsamkeit, sondern sie setzen sich wechselseitig voraus. Und schließlich heißt eine „Politik der Lebensführung“ auch: Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass meine Vorstellungen vom guten Leben im Delegationsverfahren zu verwirklichen sind. Ich muss mich einmischen. Eine solche Perspektive der Selbstsorge ist deshalb mit keiner Version „vormundschaftlicher“ Politik und Verwaltung vereinbar. Sie muss sich an einer Wohlfahrtspolitik reiben, die den einzelnen zum passiven Konsumenten „fürsorglicher Belagerung“ oder - in Zeiten knapper Kassen zunehmend - zum Objekt verschärften sozialer Kontrollen macht.

Mittwoch, 31.05.06   11:00 - 12:15 Uhr


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Prof. 'in Dr. Müller-Kohlenberg

Junge Leute im Ehrenamt
Über ihre Kompetenzen, ihre Interessen und ihren Bedarf an spezifischer Begleitung

Vortragsnummer 9V6

Gibt es Felder des freiwilligen Engagements, an denen junge Leute besonderes Interesse haben? Ist das Jung-Sein bei bestimmten Tätigkeiten vorteilhaft?
Das Mentorenprogramm "Balu und Du" hat uns seit vier Jahren Erfahrungen ermöglicht, die erste Antworten auf diese Fragen geben:
Die ehrenamtliche Arbeit mit Kindern ist in allen Alterstufen ein beliebtes Betätigungsfeld – junge Erwachsene (oder ältere Jugendliche) haben darüber hinaus einen besonderen Zugang zu Kindern. Aufgrund ihrer biographischen Nähe können sie besonders gut auf Kinder eingehen, sie können bei deren Bewegungsdrang mithalten, sie haben Verständnis für kinderkulturelle Vorlieben (Musik, Idole, neue Technik…. ) und sie können Mittler sein, zwischen Eltern / Lehrer einerseits und den Kindern andererseits. Ihre Autorität ist von der jugendlichen Frische und Unmittelbarkeit umgeben, die den Kontakt erleichtert.
Zugleich kann diese Nähe zu den Schützlingen zum Problem werden, wenn die Balance zwischen der eigenen Klarheit oder Entschiedenheit und dem Eingehen auf die Wünsche des Kindes unausgewogen ist. Junge Ehrenamtliche benötigen deshalb eine besondere Form der Begleitung – kommunikativ, kasuistisch, konkret, regelmäßig.
In der Veranstaltung wird über die Kompetenzen junger Ehrenamtlicher wie auch über Formen und Möglichkeiten der Begleitung berichtet.

Dienstag, 30.05.06  11:00 - 12:15 Uhr


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Prof. 'in Dr. Nothelle-Wildfeuer

Von der Wertpapiergesellschaft zur Wertegesellschaft. Zur Wiederentdeckung des Gemeinwohldenkens

Vortragsnummer 10V7

Seit einigen Jahren ist eine gesellschaftliche Entwicklung festzustellen, die der Frankfurter Börsenexperte Frank Lehmann vor kurzem treffend beschrieben hat als Wandel von der Wertpapiergesellschaft zur Wertegesellschaft. Das Gemeinwohldenken, lange Zeit in unserer individualisierten und pluralisierten Gesellschaft völlig tabuisiert, kehrt zurück. Hierin liegt ein zentrales Element für die in den letzten Jahren zu beobachtende immer weitere Bereiche erfassende Entwicklung des ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements, der Ausbildung und des Einsatzes von Sozialkapital. Der Vortrag will diesen Hintergrund, zu dem auch das katholisch-soziale Denken einen entscheidenden Beitrag leistet, ein wenig erhellen.

Dienstag, 30.05.06  14:00 - 15:15 Uhr


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Prof. Dr. Schmälzle

„Ehrenamt und Freiwilligendienst in Schulen? – Fakten und Konzepte im Kontext vorliegender PISA-Studien“

Vortragsnummer 11V8

Schulen sind bislang kein zentrales Handlungsfeld, indem sich Freiwilligendienste engagieren. Dies ist das Ergebnis einer Befragung, die an Schulen in Deutschland durchgeführt wurde.

Verglichen mit anderen Ländern stellen Schulen in Deutschland vielfach immer noch ein geschlossenes System dar, in dem Professionalität das höchste Prinzip ist und zu prinzipiellen Ausgrenzungen von Freiwilligendiensten führt.

Die Ergebnisse der PISA-Studie zeigen jedoch, dass Schulsysteme in anderen Ländern sich öffnen, von der Kooperation von Freiwilligendiensten profitieren und damit - wie die PISA-Studie zeigt - Spitzenergebnisse in Europa erzielen. Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Vorlesung.

Mittwoch, 31.05.06   9:30 - 10:45 Uhr


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Prof. 'in Dr. Schelbert

Ökonomische Fragen im ehrenamtlichen Kontext

Vortragsnummer 12V9


Der vielgeschmähte "Homo Oekonomikus" maximiert seinen Nutzen.
Ist er trotzdem bereit, ein Ehrenamt zu übernehmen? Oder widersprechen sich ökonomisches Denken und Freiwilligenarbeit?

Die Oekonomie analysiert die Bestimmungsgründe der Freiwilligenarbeit: Warum ist ein Individuum bereit, unbezahlte Arbeit zu leisten und wie reagiert es auf monetäre und nichtmonetäre Anreize? Außerdem versucht die Oekonomie, den Wert der Freiwilligenarbeit für die Gesellschaft mit marktwirtschaftlichen Methoden zu bestimmen. Schadet diese Ökonomisierung dem Ansehen der Freiwilligenarbeit, weil weder die Bestimmungründe noch der wahre Wert der Ehrenarbeit ökonomisch erfassbar sind'?
Oder steigt das Ansehen der Freiwilligenarbeit in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, weil ihr großer Wert monetär sichtbar wird?

Dienstag, 30.05.06   9:30 - 10:45 Uhr


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Prof. Dr. Schönig

Ehrenamtliches Engagement sozial Benachteiligter

Vortragsnummer 13V10

Folgt man der verbreiteten Auffassung in Literatur und Praxis zum ehrenamtlichen Engagement, wie sie vor allem von der einschlägigen Enquete-Kommission des Bundestages berichtet wurde, engagieren sich sozial Benachteiligte nicht ehrenamtlich. Diese Aussage ist vereinfachend, schematisch und für die Soziale Arbeit perspektivlos.

Richtig ist vielmehr, dass sich sozial Benachteiligte doch engagieren. Zwar verfügen Sie über weniger Ressourcen, vor allem jedoch über andersartige Stärken als Menschen aus der Mittel- oder Oberschicht. Jene Stärken werden durch gezielte Ansprache und besondere Formen der Mitarbeit aktiviert. Hierzu kann insbesondere auf die von Chantal Munsch herausgegebenen Erfahrungsberichte zurückgegriffen werden. In der Veranstaltung werden die Prämissen der empirischen Untersuchungen zum ehrenamtlichen Engagement kritisch hinterfragt und die Handlungsmöglichkeiten zur Aktivierung bei sozial Benachteiligten aufgezeigt und diskutiert.

Donnerstag, 01.06.06    15:30 - 16:45 Uhr


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Dr. Smeding

Die Begleitung Trauernder als Not-wendiges bürgerschaftliches Engagement

Vortragsnummer 16V13

Die moderne Gesellschaft erwartet, dass "der Mensch funktioniert". Zumal im Zusammenhang der beruflichen Tätigkeit, aber auch im privaten Bereich, werden Störungen, die etwa bei Tod oder Verlust eines Angehörigen auftreten nur sehr kurzfristig akzeptiert. Trauernde Menschen finden kaum Räume, um ihren Verlustgefühlen und Stimmungen Ausdruck zu verleihen. Im Gegenteil: Sie machen eher die Erfahrung der Ausgrenzung in dieser Phase. Rückzug und Vereinsamung oder Verdrängung sind häufig die Folgen, auch einhergehend mit Leistungseinschränkungen und gesundheitlichen Problemen.


Von daher ist die angemessene Trauerbegleitung und der Aufbau entsprechender gesellschaftlicher Netzwerke nicht nur unter psycho-sozialen, sondern auch ökonomischen Gesichtspunkten dringend notwendig

Dienstag, 30.05.06   15:30 - 16:45Uhr


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Prof. Dr. Wissert

Qualität in der psychosozialen Sterbebegleitung durch ehrenamtliche MitarbeiterInnen in der ambulanten Hospizarbeit

Vortragsnummer 14V11

Mit der Erweiterung des § 39a SGB V ist die Finanzierung der Befähigung, Koordination und Begleitung ehrenamtlicher Hospizarbeit für alle ambulanten Hospizdienste möglich geworden. Damit sind u. a. aber auch neue Erwartungen und möglicherweise Begehrlichkeiten der Finanzierungsträger mit Blick auf die Kompetenzen von ehrenamtlichen SterbebegleiterInnen verbunden. Zunächst einmal stellt sich die Frage: Was bedeutet überhaupt Qualität in der Sterbebegleitung durch Ehrenamtliche? Darüber hinaus ist von Interesse, ob sich z. B. aus der Forderung, dass die Qualität ehrenamtlicher Sterbebegleitungen – in Hospizdiensten, die Mittel aus dem SGB V für die Koordinatorenstellen erhalten wollen – zukünftig dokumentiert und gesichert werden muss, neue Anforderungen an das Profil der Ehrenamtlichkeit ergeben?
Die Veranstaltung skizziert die derzeitigen Entwicklungen zu den oben angesprochenen Themen und zeigt Möglichkeiten und Grenzen der Qualitätssicherung der ehrenamtlichen hospizlichen Arbeit auf. Ferner wird das Tätigkeits- und Qualitätsprofil ehrenamtlicher Sterbebegleitungen umrissen und es werden mögliche Schlussfolgerungen für die Inhalte und Struktur von Curricula für Befähigungskurse für die ehrenamtliche Hospizarbeit angesprochen und diskutiert.

Im Verlauf des Workshops sollen die TeilnehmerInnen nach entsprechenden Inputs in Gruppen- und Plenumsdiskussionen in einen moderierten fachlichen Austausch über einzelne Aspekte der Qualitätsentwicklung in der ehrenamtlichen hospizlichen Arbeit führen können.

Freitag, 02.06.06   9:30 - 10:45 Uhr


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Prof. Dr. Wohlfahrt

Neue Sozialstaatlichkeit und bürgerschaftliches Engagment

Vortragsnummer 15V12

Der rasch fortschreitende Sozialstaatsumbau forciert auch die Diskussion um die Entwicklung und Funktion des bürgerschaftlichen Engagements. Die Erschließung der Ressourcen der Bürgergesellschaft gilt inzwischen als wesentliches Instrument eines (lokalen) Sozialstaats, der sich aus sog. „Pflichtleistungen“ zurückzieht und mehr Eigenverantwortung und Selbstvorsorge einfordert. Zugleich wird das ehrenamtliche Engagement mit staatlich verordneter Pflichtarbeit verknüpft und die Plattform der Freiwilligkeit verlassen. Ist damit die Karriere des bürgerschaftlichen Engagements dort angekommen, wo sie nie ankommen sollte, nämlich als (billige) Ressource sozialstaatlich nicht mehr gewollter Leistungen in Anschlag gebracht zu werden? Der Vortrag setzt sich kritisch mit den gegenwärtigen Konzepten auseinander, die das Ehrenamt mit Formen der vormals staatlich geregelter Leistungserbringung verknüpfen und analysiert die Veränderungen, die sich hieraus für die Freie Wohlfahrtspflege ergeben.

Freitag, 02.06.06   11:00 - 12:15 Uhr


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